Smillas Geschichte

Hm, wo fangen wir am besten an? Mit uns:

Smilla (Telpoolwyn Yakootah): Ihres Zeichens mit Leib und Seele Hund, geboren am 17.12.2008 in Lancashire/England


Kerstin: Ist so nett und schreibt hier für Smilla. Ansonsten macht sie beruflich "irgendwas mit Personal". Geboren in Hamburg und da turnt sie auch heute noch herum.





Wie kam das nun, mit Smilla und dem Blog und so?

Vor Smilla gab es Jessi. Jessi kam 1992 als Fundhund zu uns. Der Tierarzt meinte, sie wär wohl ein Mix aus einem Corgi und einem Jack Russell. Jessi hat uns fast 16 Jahre lang begleitet. Als sie im Januar 2008 starb wollten wir nie wieder einen Hund. Zu groß der Verlust und die Trauer. das noch mal mitmachen? Nein, auf keinen Fall.

Der Zufall wollte, dass eine meiner Freundinnen einige Wochen nachdem Jessi gestorben war,  im Netz über ein Foto stolperte: Ein kleiner Hund der aussah wie Jessi. Ich konnte das damals kaum glauben und begann zu recherchieren. Lancashire was? Aha, Lancashire Heeler. Nie gehört. Ich versuchte herauszufinden ob es vielleicht Züchter in Deutschland gibt.

Nein! Natürlich wollte ich keinen neuen Hund, nur mal gucken ob, weil wenn, denn... *öhöm*

Meine Recherchen ergaben: Nichts! In England, Schweden, Norwegen, Finnland, den Nierderlanden und den USA, aber keine Spur vom Heeler in Deutschland. Inzwischen sehr neugierig, ob Jessi vielleicht ein Lancashire Heeler war, schrieb ich im April 2008 den Lancashire Heeler Club in England an. Ich bekam schnell eine Antwort von Tony Powell, der damals noch der Puppy Coordinator des Clubs war. Nein, leider keine Züchter in Deutschland. Und ja, Jessi sieht sehr nach einem Heeler aus, wobei man das auf den Bildern immer schlecht sagen kann. Und, falls ich Hilfe brauche, bei der Vermittlung eines Heelers, solle ich mich gern melden. Es entwickelte sich ein reger E-Mail Kontakt mit Tony, und mit der Zeit wuchs im Hinterkopf der Wunsch doch wieder einen Hund zu uns zu holen.Im September 2008 stand die Entscheidung fest: Ja, wir möchten doch wieder einen Hund.

Arbeitgeber und Vermieter wurden um Erlaubnis gebeten: Erlaubnis erteilt. Mit Tony gemailt.. Im Dezember hatte er einen Wurf geplant, ob wir denn einen Welpen aus dem Wurf haben möchten? Ja! Ab jetzt hiess es warten. Und planen. Wie wollen wir den kleinen Hund denn von England nach Hamburg holen? Es ist durchaus üblich, sich den Hund per Flugzeug schicken zu lassen. Neee, das wollten wir nicht. Selber mit dem Flieger rüber nach Manchester? Hm.. ganz schön kostspielig. Am Ende haben wir uns dann dafür entschieden mit dem eigenen Auto, per Fähre von Rotterdam aus, zu fahren.

Dann war da noch das Thema mit dem Import eines Hundes. Erfreulicherweise kannte Tony sich da gut aus. Eine Bescheinigung, dass der Hund sich seit Geburt am gleichen Ort aufgehalten hat und keinen Kontakt zu wilden Tieren hatte, eine Wurmkur und eine Anti-Floh und -Zecken Behandlung, sowie ein Chip mussten sein. Auf den Rat von Tony hin haben wir Smilla im Alter von 9 Wochen abgeholt, da die Impfvorschriften sonst die Wartezeit bis zur 17. Woche verlängert hätten. Mit 9. Wochen ist die Impfung bei Einfuhr nach Deutschland noch nicht notwendig.

Und da war ja noch die Frage nach dem Namen für die kleine. Es war klar das wir wieder eine Hündin nehmen wollten, fragt nicht warum, wahrscheinlich weil wir vorher schon eine Hündin hatten. Auf unserer Liste stand: Emma, Tilda, Hilde, Leia.. Alles irgendwie nicht so der Brüller. Irgendwann fiel mir das Buch "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" wieder ein.. Smilla, genau. Da wir damals noch als Wikinger auf Mittelaltermärkten herumturnten und eh eine Schwäche für Dänemark haben fanden wir den Namen perfekt. Das war dann also beschlossene Sache.

Ungeduldig haben wir im Dezember auf Nachricht von Tony gewartet. Ungefähr 1 Million mal haben wir uns die Bilder der Elterntiere angeschaut.. und gewartet. Am  27. Dezember kam die Nachricht: Am 17.12. waren die Welpen geboren und allen sechsen geht es gut. Puh.. was für eine Spannung. Nun folgten viele E-Mails und Fotos von den kleinen. Erst immer von allen sechsen, da noch nicht fest stand welchen Welpen wir bekommen würden. Aber dann kam die Mail mit dem ersten Bild von Smilla. Natürlich wissen wir, dass es etwas ungewöhnlich ist einen Hund nur nach Ansicht eines Bildes zu erwerben. Aber bedingt durch die Entfernung blieb uns kaum eine andere Möglichkeit.


Wir hatten also beschlossen Tony zu vertrauen. Als Mitglied des Lancashire Heeler Club Commitees erschien er uns auch durchaus dieses Vertrauens Wert :-)

Von nun an ging es sehr schnell. Auf ein mal war der 17. Februar da und wir befanden uns auf dem Weg nach Rotterdam. Besondere Freude bereitete uns der Umstand, dass kurz hinter der holländischen Grenze unser Auto liegen blieb: Die Batterie hatte das Zeitliche gesegnet. Ein Hoch auf die Erfindung der Kreditkarte und der Erfindung der Autowerkstätten. Mit hängender Zunge erreichten wir die Fähre. Nun folgten 10 Stunden Überfahrt.... Laaaaaaaaaaaaaaangweilig! Am frühen Morgen kamen wir in Hull an. Runter vom Schiff, rauf auf die Autobahn. Linksverkehr *kreisch* Ich bin heilfroh das Matthias gefahren ist. Die weitere Fahrt war unspektakulär, mal vom leckeren englischen Frühstück an der Raststätte abgesehen :-)

Dann kamen wir an: Leicht verschüchtert und extrem nervös begrüßten wir Tony und Julia Swann (eine mit Tony befreundete Züchterin). Wir wurden direkt von einem Heeler umwuselt, bekamen Kaffee serviert, sahen uns die Unterbringung der Hunde an und schauten uns Bilder von Jessi an, die wir mitgebracht hatten. Jessi war wohl kein Lancashire Heeler, aber sehr wahrschinlich ein Heeler Mix. Mit dem Corgi in der Ahnenreihe hatte der Doc damals wohl nicht so unrecht gehabt. Dann kam der große Moment: Wir nahmen Smilla in Empfang! Oh jeeeh, war die Maus klein, viel kleiner als wir uns vorgestellt hatten. Kaum schüchtern und unfassbar niedlich. Nachdem wir dann die Formalitäten erledigt hatten, verabschiedeten wir uns und fuhren mit klein Smilla im Gepäck wieder in Richtung Hull.

Wirklich gut fand Smilla das alles nicht. Eher unheimlich. Und Autofahren an sich war irgendwie auch doof. Trotzdem hat die Maus sich wacker gehalten und nach einiger Zeit hat sie sich zusammengeschneckt und geschlafen. Zwischendurch haben wir immer wieder angehalten um die Maus pieschern zu lassen. Keine Chance. Ich glaube, sie war viel zu aufgeregt um an solche Dinge zu denken. Gut, dass wir reichlich Küchenrolle im Gepäck hatten :-)

An der Fähre angekommen erwartete uns eine böse Überraschung. Entgegen der Information die wir telefonisch eingeholt hatten, durften wir Smilla nicht mit auf die Kabine nehmen. Auch mein bühnenreifer Wutausbruch änderte nichts daran. Klein Smilla musste in die Hundebox auf dem Autodeck. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Die erste Nacht weg von Mutter und Geschwistern allein in so einem Kennel.. Ich befürchtete schwere seelische Schäden an dem kleinen Zwerg. Wie gut ich in der Nacht geschlafen habe kann man sich sicher vorstellen. Ich hab mich noch Tagelang geärgert, vorallem, weil uns beim Verlassen der Fähre kein Mensch wirklich richtig kontrolliert hat. Wir hatten den Transport von Smilla ordentlich angemeldet und hatten nun eine Kontrolle erwartet. Nichts! Wir hätten also auch einfach so mit Hund an Bord und wieder runter gehen können. Das hätte kein Mensch bemerkt *grumpf*

Entgegen meiner Erwartung hatte Smilla die Nacht aber recht gut überstanden und freute sich nur sehr uns zu sehen. Verängstigt, oder gar verstört war sie nicht. Und so kamen wir am 19.2.2009 müde aber glücklich mit unserem neuen Familienmitglied hier in Hamburg an. Smilla nahm sehr neugierig ihr neues Zuhause in Augenschein, fraß mit großem Appetit ihre erste Portion Rohfutter und legte sich dann zufrieden bei mir auf der Couch schlafen.

Seit dem sind wir unzertrennlich. Smilla ist überall dabei. Im Büro, im Urlaub, bei Besuchen bei Freunden. Mit Tony haben wir weiterhin Kontakt und schicken ihm immer mal wieder Bilder. Zwei von Smillas Geschwistern haben wir in Dänemark getroffen und stehen übers Netz mit vielen anderen Heeler-Freunden in Kontakt. Hier in Deutschland gibt es, ausser Smilla, nur noch zwei weitere Lancashire Heeler von denen wir wissen. Sie leben an der holländischen Grenze, zu weit um sich einfach mal so zu treffen.

Im Juli 2009 hatte mein Ex-Gatte dann die Idee mit dem Blog. Er hat mir den Blog eingerichtet und meinte dann: mach doch mal, das ist doch `was für dich. Ganz langsam habe ich mich eingefuchst und seit dem erzählen wir hier was in Smillas Leben so alles passiert.




Kommentare:

  1. Hi Smilla,
    jetzt kenne ich dich schon soooo lange, hatte aber nie Zeit, deine "Geschichte" zu lesen. Heidi hätte dich eh "geschmuggelt, denn sie traut KEINER Zusage. Aber du hast scheinbar die erste Nacht ganz allein auf der Fähre cool gemeistert. Ein Basset hätte sich halbtot gebrüllt. Das Halsband hätte Kerstin dir um den Bauch binden können - hihihi. Wenn Heidi Hunde abgegeben hat, die haben gleich ein passendes Halsbandl und Leine mitbekommen. Du warst aber auch winzig, dir hätte wohl ein Katzenhalsband gepasst! Klasse Idee von Matthias, dass er Kerstin einen Blog eingerichtet hat. Ich lese immer gern bei dir und finde dich total witzig, auch wenn du manchmal wohl etwas "unwillig" bist - grins und liebes Wuffi Isi

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  2. Huhu Isi.
    Kerstin sagt, diese Nacht auf der Fähre wird sie nie vergessen. Ich kann mich gar nicht mehr dran erinnern.
    *kicher* Ja, das Halsband und die Leine war noch von Jessi. Sie war halt doch deutlich größer als ich. Mir hat aber auch kein Hundehalsband gepasst damals. Ein Katzenhalsband wäre bestimmt besser gewesen.
    Lieben dank für dein Kompliment, ich freue mich ganz doll darüber :-) Und du hast recht.. manchmal bin ich ein ganz klein wenig unwillig.. aber nur manchmal *grins*

    Liebes *wau*
    die Smilla

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  3. Hallo Smilla, unglaublich süß und sooooooooo winzig - aber hellwach und verschmust....eine tolle Erinnerung und so weiß ich jetzt alles ganz genauuuuuuuuuuuuu....eine Geschichte für´s Herz und so wie du dein Rudel liebst - so verrückt und "verliebt" ist es auch in dich....Dein Blog ist ja sowiesooooooooo einer meiner liebsten .....:-)
    Einen wunderbaren ruhigen Sonntag - hier tanzt ja der Bär auf den Straßen in der Stadt - aber im Dorf bei uns ist niemand zu sehn....Karneval ist schon eine merkwürdige Jahreszeit.
    Wuff und LG
    Aiko

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    1. Huhu Aiko *wedelwedel*
      *hach* Danke :-) Wir lesen mindestens genau so gern bei dir und freuen uns über die tollen Bilder und deine Gedanken.

      Wir sind auch ganz froh, dass der Matthias damals alles so schön gefilmt hat. Kerstin meint, die Welpenzeit ist so schnell vorbei, das vergisst man dann schon nach kurzer Zeit...
      Bei uns hier gibts keinen Karneval. Da haben die Fischköppe nix mit am Hut. Nur die Kinder, die Feiern hier Fasching.

      Liebes *wau*
      die Smilla

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  4. Wieso habe ich diese Geschichte und dieses geniale Video noch nie gesehen? Dabei kenn ich dich doch schon ziemlich lange! L.G. Diva

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    1. Huhu Diva.
      Das liegt 100% daran, dass dieser Teil des Blogs so gut versteckt wurde von meiner Zweibeinerin :-)

      Liebes *wau*
      die Smilla

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  5. Ein sehr cooler Beitrag. Gefällt mir echt gut, aml was anderes als immer nur nen Text.
    Ich hab auch eine Webseite gebastelt: http://www.jabadabadoo.de

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